Wer jetzt oder demnächst den Führerschein machen will, hat natürlich schon von den berüchtigten Punkten in Flensburg gehört. Auf viele wirkt das Thema ziemlich bedrohlich, vor allem auf Fahranfänger in der Probezeit. Doch keine Sorge: Wenn Du erst einmal weißt, wie das Führerschein Punkte System funktioniert, verliert es viel von seinem Schrecken.
Beim Führerschein Punkte System handelt es sich um Eintragungen im Fahreignungsregister (FAER). Dieses Register wird vom Kraftfahrt-Bundesamt geführt und speichert Verkehrsverstöße, die als sicherheitsrelevant gelten. Hier werden also Verstöße gesammelt, die aufzeigen, ob jemand zum sicheren Führen eines Fahrzeugs geeignet ist. Wichtig: Es geht dabei nicht um jedes „Knöllchen“, sondern um echte Regelverstöße, die andere gefährden könnten!
Geschwindigkeitsüberschreitung:
1 Punkt ab 21 km/h,
2 Punkte ab 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts
Handy am Steuer:
1 Punkt,
2 Punkte bei Gefährdung oder Unfallfolge
Alkohol am Steuer:
3 Punkte bei Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkoholeinfluss ab 0,3 Promille
Rotlichtverstöße:
1 Punkt, wenn die Ampel unter einer Sekunde rot war,
2 Punkte bei schwereren Verstößen
Parkverstöße:
1 Punkt beim Parken an Engstellen und vor oder in Feuerwehrzufahrten mit der Behinderung von Einsatzfahrzeugen sowie auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen
Vorfahrtverstöße:
1 Punkt
Überholverstöße:
1 Punkt,
2 Punkte bei unklarer Verkehrslage und Überholverbot mit Gefährdung
Fahrerflucht:
2 Punkte ohne Führerscheinentzug,
3 Punkte mit Führerscheinentzug
Abstand nicht eingehalten:
1 bis 2 Punkte je nach Geschwindigkeit und Abstand
Zusammenfassend können wir also sagen:
Das Führerschein Punkte System arbeitet mit klaren Stufen, und die entsprechenden Maßnahmen bauen aufeinander auf.
1 bis 3 Punkte: Vormerkung
Du musst noch keine direkten Konsequenzen befürchten, die Punkte sind aber ein deutliches Warnsignal.
4 bis 5 Punkte: Ermahnung
Aufgepasst: Jetzt wirst Du offiziell darauf hingewiesen, dass es kritisch wird.
6 bis 7 Punkte: Verwarnung
Letzte Warnung, jetzt wird es richtig ernst!
8 Punkte: Entzug der Fahrerlaubnis
Nun ist es zu spät, denn der Führerschein ist weg, und frühestens nach sechs Monaten ist eine Neuerteilung möglich.
Zum Glück bleiben die Punkte nicht für immer.
Der Gesetzgeber hat folgende Tilgungsfristen festgelegt:
So lange musst Du aber nicht zwingend warten, denn unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du Deine Punkte auch aktiv abbauen. Wenn Du maximal fünf Punkte auf Deinem Konto hast und an einem Fahreignungsseminar teilnimmst, kannst Du so immerhin einen Punkt abbauen. Aber: Du darfst nur einmal in fünf Jahren an einem solchen Seminar teilnehmen, und bei sechs Punkten oder mehr ist die Teilnahme nicht möglich. Gut zu wissen: Verwechsele das Fahreignungsseminar nicht mit einem Aufbauseminar! Dieses ist nämlich explizit für Fahranfänger in der Probezeit vorgesehen und unter bestimmten Umständen verpflichtend. Dazu kommen wir jetzt:
Wenn Du den Führerschein machen willst, interessiert Dich das Thema Probezeit natürlich brennend. Gerne erklärt Dir unsere Fahrschule den Ablauf und die Details.
Die Probezeit beginnt automatisch mit dem Erhalt Deines Führerscheins und dauert grundsätzlich zwei Jahre. In dieser Zeit sollst Du Schritt für Schritt die volle Sicherheit im Straßenverkehr gewinnen. Viele Fahranfänger empfinden es als ärgerlich oder sogar unfair, dass in der Probezeit strengere Regeln und deutlich niedrigere Toleranzgrenzen bei Fehlern gelten. Dabei ist es nicht das Ziel, Dich zu bestrafen oder zu schikanieren, sondern Unfälle zu vermeiden und Dich zu einem verantwortungsbewussten Fahrer zu machen. Fahranfänger verfügen schließlich über wenig Erfahrung und können somit verschiedene Gefahrensituationen schlechter einschätzen.
Die Unterscheidung zwischen sogenannten A-Verstößen und B-Verstößen spielt in der Probezeit eine große Rolle. A-Verstöße gelten als schwerwiegend, weil sie mit einem besonders hohen Unfallrisiko einhergehen.
Einige Beispiele:
B-Verstöße sind weniger schwerwiegend, signalisieren aber ebenfalls ein riskantes Verhalten. Dazu gehören
Mit diesen Konsequenzen musst Du rechnen:
Die Maßnahmen sind gestaffelt und kommen immer zusätzlich zu eventuellen Punkten oder Bußgeldern auf Dich zu.
Zwei B-Verstöße haben übrigens die gleichen Folgen wie ein A-Verstoß. Die genannten Konsequenzen greifen also bei einem einzigen B-Verstoß „noch“ nicht, reguläre Bußgelder, Punkte in Flensburg und Verwarngelder können je nach Vergehen aber dennoch auf Dich zukommen.
So hängen die Probezeit und die Punkte in Flensburg zusammen
Wichtig zu verstehen ist, dass Probezeitmaßnahmen und Punkte zwei verschiedene Systeme sind, die aber parallel laufen können.
Wie schon erwähnt, ist das oberste Ziel nicht die Bestrafung, sondern die Sicherheit, und zwar für Dich und alle anderen Verkehrsteilnehmer. Statistiken zeigen schon seit Jahren, dass Fahranfänger überdurchschnittlich oft in Verkehrsunfälle verwickelt sind. Das gilt vor allem für die ersten Monate nach der bestandenen Prüfung. In der Theorie beherrschen sie zwar die Verkehrsregeln perfekt, im realen Straßenverkehr fehlt aber einfach noch die Routine. Stressige Situationen, Zeitdruck, Ablenkung oder unerwartete Situationen führen daher schnell zu Fehlentscheidungen. Unerfahrene Fahrer neigen zudem häufiger dazu, Gefahren zu unter- oder ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Mit dem Führerschein wird ihnen eine hohe Verantwortung übertragen, die sie dann im Alltag beweisen müssen. Und je früher ein riskantes Verhalten erkannt und korrigiert wird, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich gefährliche Fahrgewohnheiten mit der Zeit festsetzen.
Punkte in Flensburg sind keine Schikane, sondern ein wichtiges System zur Verkehrssicherheit. Zudem gibt es praktische Maßnahmen, damit Du gar nicht erst in eine solche Situation gerätst.